Deutschland als Dienstleistungsgesellschaft

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Der Dienstleistungssektor, auch tertiärer Sektor genannt, trug im Jahr 2008 den größten Teil der Bruttowertschöpfung in Deutschland bei (mit 69 %). Nicht nur das, sondern auch gut 72 % aller Erwerbstätigen (bzw. 29 Millionen Menschen) sind im Dienstleistungssektor tätig. Faktisch aber ist die Zahl noch deutlich höher, denn das Statistische Bundesamt ordnet nicht diejenigen Leistungen und Beschäftigten hinzu, die in Industrieunternehmen Dienstleistungen erstellen (Wartungs- und Reparaturdienstleistungen, Labore, Marketingabteilung, …). In diesen Segmenten sind also weitere 2 Millionen Menschen, also 5 % der Erwerbstätigen, beschäftigt.

In der Summe also befinden sich also 31 Millionen Menschen und somit 77 % aller Erwerbstätigen in Deutschland im Dienstleistungssektor. Umso erstaunlicher ist es doch, dass in den Marketing-Ausbildungen (meist Bestandteil der BWL-Studiengänge) an unseren Hochschulen noch überwiegend das klassische Marketing, also bezogen auf Konsum- und Investitionsgüter, gelehrt wird und erst wenige die Realitäten betrachten und reagieren. Hier befinden sich die zumeist staatlichen Dienstleister also noch wenig in der nötigen Kundenorientierung und Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Marktes, sondern beschränken sich auf ihr eigenes Können und vorhandenes Personal.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bank Research

2 Kommentare

  • Birger Hartung Posted 10. August 2009 11:23

    Hallo Herr Scheuer,

    vielen Dank für diese Zusammenfassung!

    LG
    Birger Hartung

  • Coaching Mittelstand Posted 24. September 2009 13:55

    Ebenfalls vielen Dank für die Zusammenfassung, generell sind die Studiengänge in Deutschland teilweise nicht optimal an die wirtschaftliche Entwicklung angepasst.
    Einige Studiengänge wie zum Beispiel das Wirtschaftswissenschaftsstudium an der Universität Münster bietet den Absolventen aber schon eine Marketingausbildung, die sich nicht nur auf Konsum- und Investitionsgüter bezieht.

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