Nur die Erfolglosen werben

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„Marketing zu betreiben bedeutet, nicht ausgelastet zu sein. Ansonsten bräuchte ich Marketing doch gar nicht.“ Diese Aussage eines Steuerberaters ist exemplarisch für viele Freiberufler wie Rechtsanwälte, Steuerberater, Ärzte, Ingenieure oder Unternehmensberater. Schlimmer noch, sie erachten Marketing als etwas Unanständiges. Denn wer gut ist, braucht kein Marketing – so die Annahme vieler Freiberufler.

Das Gegenteil ist der Fall. Denn die eigentliche Fachkompetenz kann ein Außenstehender, also ein potentieller Kunde, nicht messen. Könnte ich die Kompetenz eines StB oder RA messen, bräuchte ich sie nicht. Dann würde ich mich selbst vertreten. Also schaue ich in der Auswahl eines solchen Dienstleisters nicht vorrangig nach Fachkompetenz, sondern nach anderen Faktoren. Und hier kommt das Marketing ins Spiel. Wie präsentiert sich ein Steuerberater? Ist der auf einer Augenhöhe? Wie sympathisch ist mir der Rechtsanwalt – kann ich mir vorstellen, mit ihm zu arbeiten? Erst heute bei einem Gespräch mit einem Kunden (Unternehmensberater) hatten wir das Thema wieder:  Über 10 Jahre hat er nur Tätigkeitsfelder dargestellt, er selbst sich und seine Fachkompetenzen und Referenzen nie oder wenn dann nur im persönlichen Gespräch. Wie sollen Interessenten hier Vertrauen (als wichtigster Faktor im Verkauf von Dienstleistungen) überhaupt aufbauen?

Also ran an das Selbstmarketing – keine falsche Bescheidenheit oder gar Angst!